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BuchsbaumzĂĽnsler
(Diaphania perspectalis)



Erstes Auftreten und Ausbreiten
Erste Meldungen zu einem neuartigen Schädlingsbefall an Buchsbäumen (Buxus sempervirens) in der Schweiz sind 2007 eingegangen. Seiher hat sich der Buchsbaumzünsler, der aus dem asiatischen Raum (China, Japan und Korea) stammt, stark verbreitet.


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Die durch die Raupen des Buchsbaumzünsler hervorgerufenen Frassschäden können Buchsbäume zum Absterben bringen. Die ersten Befallsstadien sind kaum zu erkennen, da die Raupen mit ihrem Frass im Inneren der Pflanze beginnen. Im zeitigen Frühjahr (witterungsabhängig) sollte kontrolliert werden, ob sich bereits Raupen in den Buchsbäumen befinden. Ist dies der Fall, sollte unmittelbar mit der ersten Behandlung begonnen werden.

Bekämpfungsmassnahmen
Beim ersten Erkennen der Raupen und vorwiegend bei kleineren Pflanzen, kann mittels regelmässigem Absammeln von Hand der Befallsdruck stark reduziert werden. Kontrollieren Sie die Pflanze wöchentlich auf Raupen und schauen Sie dabei insbesondere im Inneren der dichten Pflanze, weil dort der Raupenfrass beginnt.
Oder übertragen Sie die Arbeiten beim ersten Erkennen uns. Wir bekämpfen die Raupen mit einem biologischen Produkt, welches insbesondere Nützlinge und Bienen schont.

Unser regionales Angebot besteht aus einem Stundeneinheitstarif der Arbeitszeit, Materialkosten und Wegkosten beinhaltet. Gerne offerieren wir Ihnen auch ein ĂĽberregionales Angebot.

 

 

Mäuse fängt man mit Nutella



Daniel Müller tötet Tiere – und zwar professionell. Er ist Schädlingsbekämpfer und sagt: «Ich muss denken wie ein Insekt.»
  
TELE gibt er Einblick in seinen Beruf.

Wenn Mäuse lesen könnten, würde er ein Täfelchen aufstellen: Zutritt verboten! «Nein, Tiere töten ist kein Spass – aber einer muss es ja tun.» Schädlingsbekämpfer Daniel Müller parkiert vor einem Einfamilienhaus in Olten. Die Besitzerin, eine ältere Dame, hat am Tag zuvor bei seiner Firma Oltex in Egerkingen SO angerufen: Mäuse! Die Haustüre wird aufgerissen. «Na endlich!», sagt sie, dreht ohne weiteres Wort ab und marschiert in die Küche. Mit Engelsgeduld redet Daniel Müller, der privat Harley fährt und harten Rock hört, auf die Dame ein: «Zu dieser Jahreszeit sind Mäuse normal.»


  
Daniel Müller, Kammerjäger «Ich hasse Insekten nicht. Meine Gespenstschrecken sind schön – so majestätisch.»

Tatsächlich kĂĽmmert sich der Kammerjäger in den Wintermonaten verhältnismässig oft um Mäuse und Ratten. Wenn’s wärmer wird, kommen vermehrt Ameiseneinsätze dazu, und ab Jahresmitte beginnt die Wespensaison. Hausschädlinge wie Schaben und Motten sind dauerpräsent. MĂĽller streift die Handschuhe ĂĽber – Spurensicherung. Er schaut unters SpĂĽlbecken, nimmt den Abfallsack raus. Klitzekleine Häufchen liegen da. Mäusekot. MĂĽller schraubt sich einen Zugang zum Sockelbereich frei und schiebt seine Inspektionskamera vorsichtig hinein. Auf dem Display erscheint ein Bild: Klar zu erkennen sind Kotspuren und angeknabberte Essensreste.  Danach hängt der Kammerjäger Frassköder unter die SpĂĽle – mit Blutgerinnungshemmer. Die fĂĽhren zu innerlichem Verbluten. Die Mäuse werden mĂĽde, schlafen ein, fĂĽr immer. FrĂĽher brauchte man Schwermetallhaltiges wie Arsen – das hat die Tiere innerlich verätzt und qualvoll getötet. Kurz und schmerzlos komme dafĂĽr der Tod mit den Mäusefallen. Die baut der Profi als Nächstes auf. Er bestreicht sie mit Nutella. «Schoggi riecht intensiver als Käse oder Speck.» Hausmäuse und Ratten zählen zu den Hygieneschädlingen, ebenso die Kakerlaken, auch Schaben genannt: Sie alle ĂĽbertragen Krankheitserreger. Daneben gibt’s Vorratsschädlinge wie Dörrobstmotten, Materialschädlinge wie Kleidermotten und Lästlinge, die nicht zwingend Schaden anrichten – aber nerven, zum Beispiel Wespen. Dann ist es Zeit fĂĽr den Zmittag. «Dieses Restaurant kenne ich gut», sagt MĂĽller und setzt sich. Betritt er dagegen ein Lokal zum ersten Mal, schaut er sich automatisch nach Ungeziefer um. Und im Hotel lupft er die Matratze und sucht Wanzen. Berufsneurose.


  
Die Vollmontur braucht Daniel MĂĽller selten, doch den Imkeranzug (rechts) bei jedem Wespeneinsatz.

Die Spaghetti sind da. «Nachher geht’s zu den Kakerlaken», sagt Müller und kaut genüsslich. Ekel kennt er nicht. Sonst hätte er – das Diplom des Schädlingsbekämpfers im Sack – den Betrieb des Vaters nicht übernehmen können. In seinem Job müsse er «denken wie ein Insekt». Müsse wissen, wie sie leben, wann sie wie reagieren. «Wer sich so intensiv damit auseinandersetzt, verliert den Ekel.» Ausnahmslos? Fast. Nach wie vor Bammel hat er vor Spinnen. Wieso gerade Spinnen? «Weiss ich nicht, vielleicht wegen der langen Beine.» Danach geht’s zu den Kakerlaken. Die haben sich in einem Einfamilienhaus bei Aarau ausgebreitet. Die Kundin fragt ungläubig: «Sie sind der Kammerjäger?» Müller schmunzelt: «Meine Gasmaske ist im Auto, aber die brauche ich heute nicht.» Dafür hat er eine Pistole dabei – die Frau ist beruhigt. Das Teil kann zwar nicht feuern, doch die Wirkung ist tödlich: Es ist eine Gelpresse, mit der Müller nun Frassköder in Schränken und Ritzen verteilt. Der Wirkstoff führt zu Nervendauerreiz. Und da Kakerlaken tote Artgenossen fressen, wird das Gift weitergegeben – «der ganze Befall getilgt».

Kakerlaken bekämpft man meist ohne Gas, Qualm und Lärm. Allgemein wird heute weniger Gift angewendet – strengere Vorschriften. Aber auch, weil sich die Technik weiterentwickelt hat. So lassen sich etwa Bettwanzen im thermischen Verfahren bekämpfen: Man heizt einen Raum auf 50 Grad – zu viel für die Blutsauger. Die Ganzkörpermontur mit Atemschutz braucht Müller nur bei Extremeinsätzen: Wenn er ganze Betriebe einnebelt; wenn er Wohnungen nach Todesfällen reinigt. Der schlimmste Fall? In der Wohnung eines Messies. «Es gab nur ein schmales Weglein, links und rechts Abfall. Das WC war unbenutzbar. Ein einziges Zimmer war aufgeräumt – dort war die elektrische Eisenbahn drin.» Zurück zu den Kakerlaken. «Wieso bei uns?», fragt die Kundin, «hier ist es doch sauber.» Schmutz hat wenig damit zu tun. Schädlinge werden meist eingeschleppt: Dörrobstmotten im Müesli, Bettwanzen im Koffer. Schädlingsbekämpfer Daniel Müller hatte selbst mal Motten – er fand sie bei den geriebenen Haselnüssen. Er fährt zurück ins Büro. Seine Insekten haben Hunger. Gleich neben seinem Pult steht ein Terrarium mit grünen Gespenstschrecken. Müller zerbröselt Brombeerblätter: ohne Gift.

Quelle: Zeitschrift TELE

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