... zur Startseite
 
:: Allgemeines

:: Milben

:: Wanzen

:: Schaben

:: Motten

:: Käfer

:: Fliegen

:: Ameisen

:: Nager

:: ungebetene Gäste

Essigfliege (Drosophila funebris)


 Bleibt eine Banane oder angeschnittene Tomate in der Küche liegen, so finden sich bald kleine gelbbraune Fliegen ein, die sich besonders ruhig bewegen. Im Haushalt findet man sie auch an Flaschen mit Wein, Milch oder Bier, aber auch an Ketchup, Marmelade oder Essig. Die Essigfliegen legen ihre Eier direkt an diese Stoffe, und nach einem Tag schlüpfen die Larven, bohren sich ein und sind nach 4 bis 5 Tagen erwachsen und verpuppen sich. Die Fliegen können schon nach 24 Stunden Eier legen und ihre ganze Entwicklung dauert weniger als 10 Tage. Im Alltag können die Fliegen recht lästig sein; in Fabriken für Marmelade, Obst oder Gemüsekonserven können sie ein wirtschaftliches Problem werden. Zur Vorbeugung müssen die Waren, durch die die Fliegen angezogen werden, so aufbewahrt werden, das sie von den Fliegen nicht erreicht werden können, um daran Eier abzulegen. Daneben aber eignen sich die Essigfliegen besonders gut als Versuchstiere und viele der epochemachenden Entdeckungen in der Biologie, besonders in der Vererbungsforschung, sind an ihnen gemacht worden und werden weiter gemacht.




Fleischfliege (Sacophaga carnaria)


 Die grosse, graue Fleischfliege kommt nicht selten in die Wohnung. Wie die Schmeissfliege legt sie ihre Eier auf tote Tiere, und Fleisch muss aus ihrer Reichweite gehalten werden. Die Larven schlüpfen im Moment der Eiablage, so dass eigentlich lebende Junge geboren werden.




Halmfliege (Thaumatomyia notata)


 Sie kommen häufig an und in Gebäuden vor, die hell aus der Umgebung hervorragen. Hier vor allem in den oberen Etagen und den Seiten, die morgens und abends von der Sonne beschienen werden. Besonders stark kann des Vorkommen sein, wenn Rasen- und Wiesenflächen in unmittelbarer Nähe sind. Die erwachsenen Fliegen, die alleine mit dem Menschen in Kontakt kommen, sind etwa 2 mm gross, gelb mit 3 schwarzen Streifen auf dem Rücken. Die Larven entwickeln sich in Gräsern. Nach dem Schlüpfen aus den Gräsern konzentrieren sich die erwachsenen Fliegen im Herbst an den oben genannten Gebäuden und dringen dabei zur Überwinterung in die Häuser ein. Dabei handelt es sich fast ausschliesslich um weibliche Fliegen. In beheizten Räumen gehen sie bei ständiger Aktivität und ohne Nahrung bald ein. Sie können dann in zentimeterdicker Schicht die Gegenstände der Wohnung bedeckten. Nicht selten überwintern die Fliegen auch hinter Fassadenverschalungen oder in Storenkästen. Die Lebensdauer der erwachsenen Fliegen beträgt bei Überwinterung im Haus 6 bis 8 Monate. Die Fliegen sind sehr wenig kälteempfindlich und können noch bei 0° C aktiv sein. Tiefe Wintertemperaturen werden auch im Freiland ertragen.

 druckfreundliche Version 




Pollenia rudis


 In manchen Häusern geschieht es immer wieder, dass im Winter grosse, graue Fliegen auftauchen. Mancherorts geschieht dies regelmässig und in grosser Zahl, so dass die Tiere zu einer Plage werden. Träge fliegen sie um Lampen, fallen in Kaffeetassen und dergleichen mehr. Es sind Verwandte der Schmeissfliegen, gleichen aber mehr der Stubenfliege und können daran erkannt werden, dass ihr Bruststück mit vielen kleinen goldenen Haaren bedeckt ist. Sie leben auch nicht wie Schmeissfliegen und gehen nicht na Nahrungsmittel. Die Eier werden in die Erde abgelegt und die jungen Larven bohren sich in Regenwürmer, wo sie als Parasiten leben. Im Sommer sieht man die Fliegen kaum; sie besuchen Blüten, um Nektar zu saugen. Im Spätherbst suchen sie Orte, wo sie überwintern können, und sammeln sich an sonnigen Mauern, bevor sie in die Häuser eindringen und sich in ungeheizten Räumen in Löchern und Spalten verkriechen, oft in Dachböden. Gewöhnlich besuchen sie Jahr für Jahr das gleiche Haus, das meist etwas erhöht liegt. Solange ihre Ruheplätze kühl bleiben, rühren sie sich nicht, bevor das Frühjahr kommt. Sie werden dann von der Wärme geweckt und suchen das Licht. Werden die Räume im Lauf des Winters aber erwärmt, werden die Fliegen aktiv und erscheinen bei jeder Gelegenheit. Das geschieht zum Beispiel, wenn man im Winter ein Wochenendhaus benützt.




Schmeissfliege (Calliphoridae)


 In alten Tagen, in denen man begann, die Monate nach römischen Kaisern zu benennen, wurde der Juli in nördlichen Breiten "Wurmmonat" genannt. Damit meinte man die Larven oder Maden und zeigte, wie wichtig es damals war, Fleischwaren für den eigenen Bedarf in der warmen Sommerzeit von diesen Tieren frei zu halten. Die Schmeissfliegen, die man am häufigsten im Haus findet, sind die blauschwarzen Calliphora erythrocephala und die etwas kleineren, metallisch grünen Goldfliegen, zum Beispiel Lucilia sericata. Die Weibchen legen ihre Eier gewöhnlich auf tote Tiere und der Geruch von Fleisch kann sie über mehrere Kilometer anlocken. Sie legen ihre Eier aber auch auf andere faulende Stoffe und auf Kot. Die Larven schlüpfen nach weniger als einem Tag aus den Eiern und bohren sich sogleich in die Nahrung ein. Sie wachsen sehr schnell und sind nach einer Woche reif, womit sie die Nahrung verlassen. Haben sie keine Gelegenheit, sich zur Verpuppung in die Erde einzubohren, kriechen sie oft weit herum, um eine passende Stelle zu finden. Im Haus können die Larven von toten Vögeln, Ratten und Mäusen stammen. Eine einzige Ratte kann 4000 Maden ernähren. Die Maden wirken sehr unbehaglich, ersparen uns aber oft eine Geruchsbelästigung, die viel schlimmer ist. Sie scheuen das Licht und verbergen sich in Spalten, hinter Verschalungen und unter Teppichen. Nach 8 bis 10 Tagen schlüpfen die Fliegen aus den Puppen und suchen nun das Licht. Bald fliegen sie weg, paaren sich und legen Eier. Die Schmeissfliegen stehen wie andere Fliegen im Verdacht, Krankheiten zu übertragen. Die Stoffwechselprodukte der Schmeissfliegenlarven sind nicht gerade gesund, und befallenes Fleisch muss sorgfälltig gereinigt werden. Sollte man zufällig Eier oder Maden verzehren, so ist das kein Grund zur Panik, da die Tiere in unserem Magen verdaut werden.




Stallfliege (Musca autumnalis)


 Die Stallfliege ist mit der Stubenfliege nahe verwandt und gleicht ihr auch, so dass sie schwer zu unterscheiden sind. Die Stallfliege legt ihre Eier in frische Kuhfladen, von denen sich die Larven ernähren. Die erwachsenen Fliegen sind im Sommer beim Vieh zu finden und kommen kaum in die Häuser. Im Herbst aber suchen sie kühle Räume, um darin zu überwintern. Im Frühjahr werden sie von der Wärme aufgeweckt und suchen sich den Weg ins Freie, sie könne aber auch vorzeitig aufgeweckt werden und in Wohnräumen auftauchen und lästig werden.




Stubenfliege (Musca domestica)


 Die häufigste Fliege im Haus ist die Stubenfliege, die sich in allen Räumen aufhalten kann, besonders aber in der Nähe von Nahrungsmitteln. Vieles deutet darauf hin, dass die Stubenfliege aus Afrika stammt, sich mit dem Menschen aber über die ganze Erde verbreitet hat. In nördlichen Breiten konnte sie erst Fuss fassen, als man begann, im Winter Haustiere in Ställen zu halten, was mit dem Beginn der Eisenzeit rund 400 v. Chr. geschah. Die Larven der Stubenfliege leben in Dung, können sich aber auch in Küchenabfällen entwickeln. Das Weibchen legt einige Hundert Eier und unter günstigen Bedingungen bei Temperaturen um 30° C dauert die Entwicklung vom Ei zur fertigen Fliege nur 7 Tage. Die Stubenfliegen besuchen Kot, Aas und Abfälle verschiedenster Art und werden damit Träger von Bakterien und Viren. Als mögliche Krankheitsüberträger sind sie aus hygienischen Gründen unerwünscht, man sollte aber nicht in Hysterie verfallen, wenn eine Fliege in der Zuckerschale herumkrabbelt. Auf alle Fälle können sie sehr lästig sein, und Fliegenschwärme, die Menschen, Tiere und Lebensmittel bedecken, wirken meist sehr abstossend auf den Betrachter. Manchmal sieht man ganz kleine Tiere, die sich an Stubenfliegen festklammern. Das sind verschiedene Milben, die von den beweglichen Gliegen an andere Orte transportiert werden. Auch Bücherskorpione benützen dieses Transportmittel. Es handelt sich um Arten, die an oder in Dunghaufen leben, aus denen die Fliegen schlüpfen, und sie lassen erst wieder los, wenn die Fliege an ähnliche Stellen kommt. Es besteht also keine Gefahr, dass die Begleiter unsere Wohnung besiedeln.