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Asseln (Oniscoidea)


 Die grauen, ovalen Asseln sind unter den Kleintieren recht bekannt; das zeigen schon die vielen lokalen, populären Namen, die die Tiere erhalten haben. Asseln sind die einzigen Krebstiere, die sich an ausschliessliches Landleben angepasst haben. Bekannte Vertreter der Gruppe, wie Krebse, Hummer und Krabben sind dagegen ausschliesslich Wassertiere. Die Verwandtschaft zeigt sich darin, dass die Weibchen ihre Eier in einer besonderen Tasche auf der Bauchseite herumtragen und dass sie durch Kiemen atmen, die als dünnhäutige Anhänge an den Beinen sitzen. Asseln halten sich dort auf, wo es feucht ist, denn die Kiemen müssen von einer dünnen Wasserschicht bedeckt sein, um zu funktionieren. Asseln haben auch keine wasserfeste Wachsschicht auf ihrer Haut und vertrocknen deshalb rasch, wenn sie sich in trockene Räume verirren. Diese Tiere leben von abgestorbenen Pflanzenteilen, sie nagen aber auch an toten Tieren. Asseln, die man in Nebengebäuden, Lichtschächten und Kellern findet, sind Mauerasseln (Oniscus asellus) und Kellerasseln (Porcellio scaber). Findet man sie in grösserer Zahl im Haus, so ist das ein Hinweis, dass es zu feucht ist. Manchmal verirren sie sich aber in grösserer Zahl von einer nahegelegenen Brutstätte, zum Beispiel aus alten Strohlagern oder Gartenabfällen. Manchmal nagen sie an Obst und Grünzeug im Keller und können dadurch einigen Schaden anrichten.



Bücher- oder Staubläuse (Copeognatha)


 Die Namen Bücherläuse und Staubläuse werden meist nebeneinander verwendet. Die Tiere sind lichtscheu und leben am besten, wenn die Luftfeuchtigkeit über 75 % liegt. Sie können nicht fliegen. Die Bücherlaus (Liposcelis divinatorius) besitzt überhaupt keine Flügel, und selbst die sogenannte geflügelte Bücherlaus (Atropus pulsatorius) besitzt nur unbrauchbare Flügelstummel. Sie laufen lebhaft in typisch ruckhafter Weise herum und können auch kurze Stücke hüpfen, wenn sie gestört werden. Wie der Name sagt, findet man sie unter Papier, in Büchern und hinter Tapeten und in Herbarien. Sie leben nicht selten von Papier, aber von Leimstoffen und Schimmelpilzen, und wenn es sehr viel gibt, ist dies ein Hinweis auf zu feuchte Aufbewahrung der Gegenstände. Vermehrte Vorkommnisse weisen unter Anderem auch auf einen Feuchtigkeitsschaden am Gebäude selber hin. Einige Bücherläuse erzeugen tickende Laute, indem sie mit dem Hinterleib auf die Unterlage schlagen, um die Geschlechtspartner anzulocken.




Florfliege, Goldauge (Chrysopa carnea)


 Bei richtiger Beleuchtung glänzt das Auge dieses Insekts wie Gold, und es ist mit seinen grossen, glasklaren Flügeln und seiner grünlichen Farbe ein sehr elegantes Wesen. Im Sommer lebt die Florfliege im Freien, ruhig fliegt sie in der Nacht herum und kann, vom Licht angelockt, in Wohnräume gelangen. Sonst findet man sie meist im Winter in den Häusern, die sie zur Überwinterung aufsucht. In der Natur sucht sie geeignete Plätze unter Rinde, unter Steinen oder ähnlichem, wo sie hinreichend geschützt ist. Wenn es im Winter am Ruheplatz der Florfliege warm wird, erwacht sie und stirbt bald den Hungertod, da es keine Nahrung für sie gibt. Gewöhnlich sitzen die Tiere aber den ganzen Winter unbeweglich und erwachen erst durch die Wärme des Frühjahrs. Im Haus landen sie dann meist am Fenster und sterben hier vor Hunger und Durst. Gelingt es ihnen, ins Freie zu kommen, so suchen sie Stellen, die von Blattläusen befallen sind, und legen dort bald ihre Eier in Gelegen ab. Die Larven leben nämlich als Räuber von anderen Insekten, vor allem von Blattläusen, und werden daher auch Blattlauslöwen genannt. Die Häufigkeit der Florfliegen ist abhängig von der Zahl der Blattläuse und gab es ein Blattlausjahr, findet man im folgenden Winter zahlreiche überwinternde Florfliegen. Florfliegen sind also auch sehr nützliche Tiere, die man schützen muss. Im Winter erwachte Tiere sollten möglichst schnell in kalte Räume gebracht werden, damit sie wieder zur Ruhe kommen, und im Frühjahr muss man ihnen den Weg in Freie ermöglichen.




Gemeiner Ohrwurm
(Forficula auricularia)


 Im Herbst wandern die Ohrwürmer in Häuser, um dort Verstecke zu finden, wo sie als Nachttiere den Tag verbringen können. Häuser mit ihren vielen Spalten und ritzen sind in diesem Sinn ein wahres Eldorado und Ohrwürmer sind deshalb in Häusern mit freier Umgebung regelmässige Gäste. Gegen den Oktober hin graben sie sich in die Erde ein und beziehen einen Platz zum Überwintern. Zuvor paaren sie sich und nicht selten überwintern Männchen und Weibchen zusammen in der gleichen Höhle. Im zeitigen Frühjahr wird das Männchen aber hinausgeworfen, da das Weibchen nun eine Kinderstube herrichtet und dann rund 50 Eier legt. Die Ohrwurmmutter betreut ihre Eier sehr sorgfältig, verteidigt und reinigt sie und verhindert, das sie durch Pilzbefall zerstört werden. Dieses Verhalten ist unter den Insekten recht einmalig. Auch die Jungen bleiben noch bei der Mutter, wagen sich aber auf Nahrungssuche immer weiter weg vom Nest und entwickeln sich im Lauf des Sommers zu geschlechtsreifen Individuen. Der Gemeine Ohrwurm frisst fast alles, tote und lebende Pflanzenteile, Aas und lebende Kleininsekten und Milben. In Gärten und Gärtnereien kann dadurch einiger Schaden entstehen, andererseits werden auch viele Schädlinge vertilgt, zum Beispiel Blattläuse und Spinnmilben, so dass die Rechnung wieder aufgeht. Ohrwürmer werden von vielen Menschen verabscheut. Die Erklärung dafür liegt wohl im Bereich des Unbeweisbaren. Tatsache aber ist, dass sie bei vielen Völkern in der Phantasie eine Rolle spielen und dass ihr Vulgärname bei fast allen diesen Völkern damit zu tun hat, dass die Ohrwürmer angeblich eine Vorliebe für Ohren hätten. In einem Märchen von H.C. Andersen sagt eine Ohrwurmmutter über ihren Sohn:"Sein höchster Gedanke ist, einmal in das Ohr eines Priesters zu kriechen, das Trommelfell durchzubeissen und in das Gehirn Eier zu legen. Er ist so liebenswert kindlich, eine wahre Freude für eine Mutter." Solche Ideen sind reine Erfindung, ein Ohrwurm kann sich aber natürlich zufällig auch in ein Ohr verirren. Die Zangen am Hinterleib sehen erschreckend aus, sie werden für Angriff und Verteidigung verwendet, wirken aber vor allem abschreckend. Natürlich kneifen sie auch den Menschen, wenn sie eingeklemmt werden. Das kann im Schlaf geschehen, wenn man sich auf sie wälzt. Der Biss der Tiere ist spürbar, aber harmlos. Wenn man eine Zuwanderung aus dem Freien vermeiden will, darf man ihnen keine günstigen Lebensbedingungen im Haus geben. In starkem Pflanzenbewuchs und in Komposthaufen gedeihen Ohrwürmer sehr gut. Man kann sie in Fallen fangen, einfachen Blumentöpfen, die mit Holzwolle gefüllt sind und mit der Öffnung nach unter stehen. Ohrwürmer kriechen gerne hinein und können dann jeden Morgen vernichtet werden.




Staub- oder Bücherläuse (Copeognatha)


 Die Namen Bücherläuse und Staubläuse werden meist nebeneinander verwendet. Die Tiere sind lichtscheu und leben am besten, wenn die Luftfeuchtigkeit über 75 % liegt. Sie können nicht fliegen. Die Bücherlaus (Liposcelis divinatorius) besitzt überhaupt keine Flügel, und selbst die sogenannte geflügelte Bücherlaus (Atropus pulsatorius) besitzt nur unbrauchbare Flügelstummel. Sie laufen lebhaft in typisch ruckhafter Weise herum und können auch kurze Stücke hüpfen, wenn sie gestört werden. Wie der Name sagt, findet man sie unter Papier, in Büchern und hinter Tapeten und in Herbarien. Sie leben nicht selten von Papier, aber von Leimstoffen und Schimmelpilzen, und wenn es sehr viel gibt, ist dies ein Hinweis auf zu feuchte Aufbewahrung der Gegenstände. Vermehrte Vorkommnisse weisen unter Anderem auch auf einen Feuchtigkeitsschaden am Gebäude selber hin. Einige Bücherläuse erzeugen tickende Laute, indem sie mit dem Hinterleib auf die Unterlage schlagen, um die Geschlechtspartner anzulocken.




Waldschabe (Extobius lapponica)


 Alle unsere Hausschaben stammen aus wärmeren Ländern. Die Waldschabe lebt dagegen bei uns im Freien, von Lappland bis zum Mittelmeer.

Diese kleinen, lebhaften Tiere leben im Wald, auf Heiden und Weiden. Sie laufen gewandt umher und können auch gut fliegen. Im Norden sind sie oft Gäste in den Hütten der Lappen, bei uns kommen sie gelegentlich ins Haus. Meist findet man sie in Wochenendhäusern, die in jener Umgebung stehen, wo die Waldschaben zu Hause sind. Es handelt sich in der Regel um harmlose Gäste.




Wespen (Vespoidae)


 Die charakteristische schwarz-gelbe Zeichnung und die Körperform lassen Wespen leicht erkennen. Bei uns gibt es rund ein Dutzend Arten, die einander in Aussehen und Lebensweise sehr ähnlich sind und daher oft mit einem Begriff bezeichnet werden. In Häusern findet sich besonders die Gemeine Wespe (Paravespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Paravespula germanica). Die grosse Hornisse (Vespa crabro) ist nicht so häufig, fällt aber besonders auf, wenn sie irgendwo auftaucht. Im Gegensatz zur Honigbiene sammeln Wespen keine Nahrung für den Winter. Wespenstaaten sind bei uns daher nur einjährig. Im Herbst löst sich der Staat auf und die Arbeiter gehen zugrunde. Bevor das geschieht, entstehen neue Königinnen und Männchen, die ausschwärmen und sich paaren. Die Männchen sterben bald danach, die jungen Weibchen suchen dagegen eine geschützte Stelle, wo sie überwintern können. Im Winter findet man schlafende Königinnen in Dachböden und Nebengebäuden versteckt. Gewöhnlich erscheinen die Königinnen wieder im folgenden April und suchen nun eine passende Stelle für ihr Nest. Das kann eine hohle Mauer sein, ein Dachboden oder Dachvorsprung. Bis im Sommer kann ein gut entwickeltes Wespennest 5000 bis 6000 Individuen enthalten.